Proximo Colonies/Stories/201-210

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Die Geschichte der Proximo Colonies

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16.12.2009

Puzzlestücke

Es dauert noch ganze fünf Tage, bis Proximo wieder einigermaßen fit ist und es wäre wohl noch viel länger gegangen, hätte Nikira nicht über einen Erste-Hilfe-Koffer verfügt, was doch einige Fragen aufwirft.

Die Stunden und Tage auf diesem unbekannten Himmelskörper sind gleichermaßen anstrengend wie gefährlich und dennoch ist da eine ungewohnte Zufriedenheit, mit sich und der Welt, im Menschenjunge, welche er sich nicht mal erklären kann. In jedem Fall hat dies auch was mit der Gegenwart seiner Freunde zu tun, wie an dem Tag als draußen gerade die Regentropfen zu Boden fallen, und Lupi von aufregenden Begegnungen in der Wüste und dem felsigen Umland erzählt. Von gefährlichen Sandfischen, die durch die Wüste zu schwimmen scheinen, gewaltigen Klauenwürmern welche einen Durchmesser von mehreren Metern haben sollen und nicht zuletzt dem Zehnfüßer, dem größten Jäger dieser eigenartigen Welt.

Proximo folgt aufmerksam, doch das Katzenmädchen scheint abgelenkt, und obwohl sie die Geschichte wohl schon kennt, scheint es etwas anderes zu sein dass Unruhe in ihr weckt, täglich schlimmer statt besser werdend. Da kommt es ihr gerade recht wenn sie für die Jagd die Höhle verlassen kann und betritt diese dann tatsächlich auch oft erst nach Einbruch der Nacht wieder. Während dieser Zeit alleine mit dem Wolfsjungen, erfährt der Mensch dann auch, dass dieser ebenfalls ein technisches Utensil, genauer einen Trikorder, bekommen hat, durch welchen es überhaupt erst möglich war ihn so schnell aufzuspüren, als dieser auf diesem Planet landete. Es ist das erste mal dass sich der Menschenjunge Gedanken über die Bedeutung der Gegenstände macht, von welchen er oft im Zusammenhang mit Ylia's Namen hört, und schließlich auch, am 27. Tag auf diesem Planet, darauf angesprochen wird.

"Hast du eigentlich etwas bekommen, bevor du auf den Planeten gebeamt wurdest?", erörtert das Katzenmädchen beiläufig, während sie, wie so schon so oft, die Stücke jenes Tieres zerteilt, welches sie gefangen hat.

Der Menschenjunge erinnert sich, verstärkt durch die vorherigen Gedankengänge, ganz genau daran: "Ja! Ein Tritaniummesser mit einem eigenartigen Emblem, aber leider hab ich es beim Kampf mit diesem Tier verloren!"

"Du kannst von Glück sagen dass du nicht noch mehr verloren hast!", meint Nikira zynisch-unfreundlich, "Allerdings haben Lupi und ich eine Theorie über unseren Aufenthalt hier, welche mit den Sachen zu tun hat die wir bekommen haben!"

"Welche Theorie?", reagiert Proximo neugierig.

"Naja es ist etwas weit her geholt, aber Ylia sagte, bevor sie uns auf den Planeten geschickt hat, dass sie uns alles mitgeben würde was wir brauchen! Es wäre doch denkbar dass jeder von uns ein Teil des Puzzles hat oder nicht?", überlegt das Weibchen und geht dabei erneut die verfügbaren Utensilien im Kopf durch.

Proximo glaubt die Antwort bereits zu kennen, Nikira kommt ihm aber, mit demselben Gedanken, zuvor: "Vielleicht hat es etwas mit dem speziellen Metall und seiner Unzerbrechlichkeit zu tun?"

"Das dachte ich auch, aber glaubst du wirklich an ein Rätsel oder dass dieses Messer etwas damit zu tun hat?", kommt der Junge endlich zu Wort, "Es wäre doch auch möglich dass man uns verbannen statt töten wollte!"

"Hmm, mag sein, aber warum dann die gestellte Hinrichtung, wieso solltest du so lange auf dem Schiff festgehalten werden und welchen Sinn hätte es so lang im Orbit zu warten wenn sie uns nur loswerden wollten?", schlussfolgert die Faeli scharfsinnig, während sie mit einer Kralle auf eine Signatur bei Lupis Trikorder deutet.

"Da ist schon was dran!", bestätigt Proximo die Theorie, "Ich weiß zwar nicht, was uns das Ding bringen könnte, aber es sollte nicht schwer sein es zu finden!"

Nachdem auch noch der Canidar über den Plan informiert worden ist und dieser, nach einem ratlosen Kopfschütteln, eingewilligt hat mitzugehen, ist es endlich Zeit die schützende Höhle aufzusuchen.

07.01.10

Eisige Hitze

Exakt in dieser Nacht jedoch, wacht Proximo auf und bemerkt gerade noch wie sich die Türe zur Höhle schließt. Das Schnarchen des schlafenden Wolfes ist in aus der Dunkelheit deutlich zu vernehmen, an Nikiras Schlafstelle hingegen kann der Junge nur die borstige Schlafunterlage ertasten. Entschlossen steht Proximo auf, tritt fast auf den Schwanz von Lupi und erreicht tastend den Ausgang, welchen er vorsichtig öffnet und eben so leise wieder hinter sich schließt.

Draußen erblickt Proximo den Rücken des Katzenmädchens, welches ihre Pfoten ganz nah an den Körper drückt. Auch wenn zur Mittagszeit sogar die wenigen massiven Felsen anfangen zu glühen und der ungeschützte Aufenthalte in der Sonne innerhalb weniger Minuten zum Tod führt, fällt die Außentemperatur in der Nacht ins tiefe Minus. Deshalb nähert sich der Junge besonders besorgt und legt schützend die Hände um Nikira, welche erschrocken zusammen zuckt.

"Ich bin es nur!", versucht der Junge zu beruhigen, doch das Zittern des Mädchens bleibt und scheint nicht nur von der Kälte herzurühren.

Unfreundlich faucht ihn das Weibchen an: "Was machst du um die Zeit hier draußen?"

"Diese Frage stellst du mir?", reagiert Proximo verblüfft, "Du bist doch diejenige die zuerst raus gegangen ist! Ist dir nicht kalt?"

"Nein, und jetzt geh!", befiehlt das Weibchen, wobei es zunehmend verkrampfter wirkt.

"Vielleicht hast du Fieber?", meint Proximo und hält seine Hand an die Stirn des Katzenmädchens, "Ja, du bist wirklich sehr heiß!"

Auch wenn es der Menschenjunge kaum wahrnimmt, erhöht sich doch der Herzschlag Nikiras und auch die Atmung scheint diesem nicht nachzustehen.

"Tu das nicht!", flüstert sie gepresst als Proximo auch ihren Nacken und Ohren betastet und damit die erhöhte Temperatur verifiziert.

Obwohl das Weibchen mit abwehrenden Worten auf seine Berührungen reagiert, streichelt der Junge ganz sanft ihren Hals und schmiegt sich an sie. Es scheint erst so als würde Nikira dies genau so genießen wie er selbst und doch rinnt plötzlich eine Träne ihr Gesicht hinunter und versickert dann langsam im dichten Fell. Proximo hat keine Ahnung was sie von ihm erwartet und steht einfach nur da, seine Hände auf den Schultern des Mädchens, bis sie sich endlich zu ihm umdreht.

"Warum hörst du auf?", fragt das Weibchen mit weinerlicher Miene, "Bin ich für dich zu Hässlich? Zu schwach? Ist es weil ich eine Faeli bin?"

"Was?", reagiert der Menschenjunge völlig perplex, bevor ihn Nikira, ohne Vorwarnung, auf den Mund küsst.

Ein Widerstand ist völlig undenkbar als sich das Katzenmädchen an ihn drückt und ihre Pfoten den Rücken Proximos hinunter streichen lässt. Nun bemerkt auch er wie heiß es einem, bei einer Außentemperatur von -32 Celsiusgraden, werden kann. Jegliche Frage scheint in diesem Moment überflüssig, Antworten unbedeutend und doch kann er das Warum nicht auf sich beruhen lassen. Es ist nicht schwer zu erraten was Nikira vom ihm will, jedes Mal wenn sie ihn berührt fühlt der Junge ihre Zuneigung stärker, aber da ist noch etwas anderes das von einer zur anderen Sekunde zunimmt. Der Mensch zögert dadurch kurz und drückt sie etwas von sich weg als ihn, total unvorbereitet, ein Prankenschlag des Weibchens mitten ins Gesicht trifft welcher tiefe Kratzspuren darauf hinterlässt.

Das letzte was der Junge von ihr zu sehen bekommt ist ein verweintes Gesicht dass sich sofort von ihm abwendet und in der Höhle verschwindet. Völlig perplex und blutend bleibt Proximo zurück, sich fragend was eigentlich plötzlich los ist. Es vergeht noch fast eine halbe Stunde, in dieser Kälte, bis Proximo endlich ebenfalls die Höhle betritt, seine Wunde mit etwas Wasser abspült bis sie aufgehört hat zu bluten und sich dann endlich schlafen legt, ohne zu wissen was er eigentlich falsch gemacht hat.

08.01.2010

Bewegungen im Schatten

Diese Frage nach dem Weshalb und Warum steht ihm auch noch ins Gesicht geschrieben, als er am nächsten Morgen erwacht und die Verkrustungen entlang seiner Wange betastet.

Proximo erinnert sich dadurch gerade wieder an die vorangegangene Nacht, als Nikira mit einem Dermalregenerator an ihn herantritt: "Halt still, ich mach es weg!"

"Nein!", reagiert der Menschenjunge eingeschnappt, "Nur wenn du mir vorher sagst warum du mich eigentlich geschlagen hast!"

"Du willst doch nicht so herumlaufen? Das entzündet sich und gibt Narben!", reagiert das Mädchen abwehrend.

Mit einem ungewöhnlich strengen Blick fixiert Proximo ihre Augen, welche sich daraufhin zu Boden richten, ohne auch nur die Spur einer Antwort zu geben.

"Schön!", reagiert der Junge mit angespannten Gesichtszügen, "Dann bleibt die Verletzung da so lange bis du es mir gesagt hast!"

"Du bist so ein Idiot!", erwidert das Weibchen aufgebracht, "Wenn du das nicht selber weißt, geschieht dir das ganz recht!"

Wütend stapft sie aus der Tür der Behausung und begegnet draußen Lupi, welcher gerade den Tag mit einem wolftypischen Morgengruß eröffnet, bei dem er die Vorderläufe nach vorne Streckt, sich mit dem restlichen Körper bis zum Boden durchstreckt und dabei der Sonne entgegen gähnt.

"Guten Morgen!", begrüßt der Canidar das Mädchen und sieht in diesem Moment auch schon Proximo vorbei laufen, welcher ebenfalls den allmorgendlichen Gruß verweigert.

"Du!", flüstert Lupi vorsichtig der Faeli zu, "Weißt du wieso er Verletzungen im Gesicht hat oder warum er so wütend ist?"

"Weil er ein Idiot ist!", antwortet das Weibchen gereizt und packt ihre wenigen Sachen zusammen.

Unsicher nickt der Wolf mit dem Kopf und trabt dann langsam der Faeli hinterher um auch etwas vom Frühstück ab zu bekommen.

Während die drei nebeneinander am Feuer sitzen und die übrig gebliebenen Reste einer mehr als überdimensionalen Raupe verzehren, sprechen sie kein Wort. Nicht einmal Lupi traut sich das Schweigen zu brechen und wartet genau so still darauf dass es endlich losgeht.

Der Marsch in Richtung der Landestelle von Proximo dauert nur etwa eine Stunde in welcher bestenfalls die Silben So, Ja und Ah zu vernehmen sind, wenn der Wolf versucht die Stimmung aufzulockern. Die meiste Zeit verbringt dieser allerdings mit der Nase am Boden, was dem Menschenjunge sehr seltsam vorkommt, schließlich hält der Wolf normal nicht viel von seinen natürlichen Fähigkeiten, sondern setzt lieber Technik und sein Köpfchen ein um Probleme zu lösen. Es ist wirklich verwirrend wieviele Sachen sich geändert zu haben scheinen und wie sich diese auf ihr tägliches zusammenleben auswirken. Der Menschenjunge trabt in diese Gedanken versunken hinter den anderen her, bis die Faeli plötzlich wild mit den Pfoten fuchtelt und Zeichen gibt sich hinzu knien und leise zu sein.

"Irgendetwas bewegt sich, ich spüre es!", flüstert das Weibchen und auch Lupi spitzt die Ohren, nur der Menschenjunge kann nichts außergewöhnliches feststellen.

Doch da erblickt der er etwas anderes dass seine Aufmerksamkeit verlangt. Das verschollene Tritaniummesser liegt einfach auf dem sandigen Boden und scheint nur darauf zu warten aufgehoben zu werden. Die Warnungen ignorierend will Proximo beweisen dass hier nichts ist was man fürchten müsste, läuft die restlichen Schritte auf die Waffe zu und nimmt diese, trotz den beschwörenden Zeichen der anderen beiden, vom staubigen Boden auf.

"Was habt ihr denn, hier ist nichts!", meint der Mensch selbstsicher, doch in jenem Moment, als er das letzte Wort ausgesprochen hat, spürt auch er das Beben im Untergrund.

14.01.10

Problemwürmer

Die Sekunden, in denen er reagieren sollte, verrinnen unerbittlich, und als der Junge endlich beginnt zu rennen ist es schon fast zu spät. Ein gewaltiger Wurm, mit einem Durchmesser von fast fünf Metern, bricht durch die Sandkruste und verfehlt Proximo nur um Zentimeter. Die Wucht am Rand des Durchbruchs reicht aber offenbar um ihn meterhoch in die Luft zu schleudern. Während seine Bewegung in der Luft noch relativ gezielt erscheint, ist der Aufprall um so härter. Gerade will das Untier erneut angreifen, als Lupi schließlich eintrifft und seine Zähne sowie Klauen in der lederartigen Haut vergräbt. Die Aktion zeigt sichtlich Erfolg, das Schütteln des Tiers wirkt aber mit einer so gewaltigen Kraft, dass der Wolf weit durch die Luft fliegt und schmerzhaft durch einen Felsen gebremst wird. Der Menschenjunge allerdings, liegt auf einer dünnen, bröckelnden Erdscholle, als der Wurm gerade wieder abtaucht.

Nikira erreicht erst in dem Moment die erwähnte Stelle, als diese plötzlich einbricht. Aus Angst zu spät zu kommen, bremst sie nicht rechtzeitig und kann sich selbst nur noch am Rand des Erdlochs festhalten, schafft es jedoch den Jungen am Arm zu packen. Nikira bemerkt wie sie unweigerlich weiter abrutscht und krallt sich fester an den Untergrund sowie den Arm Proximos.

"Schnell, kletter an mir hoch!", befiehlt das Katzenmädchen, doch der Menschenjunge ist von den Schmerzen wie gelähmt und hat einfach nicht genug Kraft im anderen Arm um sich hochzuziehen.

"Ich schaff es nicht!" ruft er dem Weibchen zu, "Lass mich los, sonst fallen wir beide da runter!"

Natürlich geht Nikira nicht darauf ein, sondern beginnt den Mensch immer stärker zu schwingen. Hin und her, bei jedem Mal etwas höher und vom Knirschen der Krallen am Rand begleitet.

"Greif zu!", befiehlt Nikira mit angestrengter Stimme, doch es ist zwecklos zu versuchen sich, ohne Krallen, an sandigem Untergrund festzuhalten.

Dies begreift schließlich auch das Mädchen und setzt ihre letzten Kraftreserven ein um erst noch einmal Schwung zu holen und schafft dann das Unvorstellbare. Von einem animalischen Schrei begleitet, wird der Junge geradezu aus dem Loch katapultiert, bevor die Faeli den Halt verliert und in der Tiefe verschwindet.

"Niki!", ruft er ihr panisch nach und währe fast nach gesprungen, wäre da nicht auch noch der benommene Wolf.

Die kratzenden Geräusche entfernen sich immer weiter bis sie plötzlich schlagartig abbrechen.

"Nikira!", ruft der Mensch in die Tiefe und vernimmt nur ein leises stöhnen, "Ist dir was passiert?"

"Nein, alles in Ordnung! Kümmere dich um Lupi!", schallt es nach oben, woraufhin der Junge der Anordnung folgt und gerade noch sieht wie sich der Wolf aufrappelt.

"Bist du verletzt?", eruiert Proximo gezielt und wenig freundlich.

"Ich glaub ich hab mir mein rechtes Hinterbein gebrochen!", analysiert der Canidar und schaut dann zu wie der Menschenjunge das Gepäck des Mädchens durchwühlt, "Was machst du da? Lass das sein, du kannst das eh nicht, wo ist Niki?"

"Weg, also halt still damit ich wenigstens die Wunde verschließen kann!", raunt Proximo betroffen und beginnt mit einem kleinen Gerät über die verletzte Haut des Wolfes zu fahren.

Wenigstens dass scheint er unfallfrei hin zu bekommen und legt das Ding erst zur Seite als auch die letzte Verletzung behandelt ist.

Lupi will einige lobende Worte an den Jungen richten, der jedoch unterbricht sofort: "Später, lass uns erst herausfinden wie man die Sachen dazu einsetzen kann um Niki und auch uns zu helfen!"

Der kleine Wolf traut sich nicht irgendwelche Fragen zu stellen und schaut, genau wie Proximo, die gesammelten Gegenstände an. Ein Tritaniummesser eignet sich natürlich gut um Sachen zu zerschneiden und durch das extrem harte Metall kann man es sogar als starken Hebel ansetzen ohne Angst haben zu müssen dass es bricht. Der medizinische Trikorder kann im Zweifelsfall, und bei spezieller Justierung, auch die Struktur von Steinen oder Untergrund identifizieren, während der Normale eher für grobe Scans über größere Entfernung taugt. Die restlichen Geräte sind aus Sicht von Proximo völlig unwichtig und natürlich nur für medizinische Dinge brauchbar.

Lupi seufzt auf als er wohl ähnliche Szenarien durchgespielt hat: "Hätten wir ein Shuttle, einen Transporter oder wenigstens einen leistungsstarken Sender, können wir die da oben ja mal fragen!"

"Hmm...", reagiert der Mensch apathisch, bevor ihm ein echter Geistesblitz kommt, "Sag mal, wie seid ihr eigentlich hier runter gekommen?"

"Wir wurden runter gebeamt, was hast du denn gedacht?", meint der Canidar spöttisch und schaut den Jungen dabei überrascht an.

In Proximos Kopf arbeitet es, die Antwort scheint so offensichtlich: "Aus einem Transporterraum?"

"Natürlich, warum?", meint der weiße Wolf kopfschüttelnd und begutachtet erneut seine nun verschlossene Verletzung.

"Das ist es!", freut sich der Menschenjunge und sucht eifrig etwas an seinem Körper, "Wo ist es denn?"

"Suchst du das hier?", ermittelt Lupi sachlich und wenig aufgeregt mit dem Emitter in seiner Hand.

"Du hattest den bei dir, aber wir haben keine Energiequelle die stark genug wäre um auch nur einen von uns zu transportieren!"

Die beiden Jungs grübeln einige Sekunden über eine mögliche Lösung, als aus der Tiefe plötzlich in Schrei erklingt.

"Nikira!", erwidert Proximo in Panik den Ruf, bevor er sich an den angeschlagenen Wolf wendet, "Niki sagte etwas von einem starken Energiespeicher, welche sich in den Geräten auf unseren Rücken, befindet!"

"Sie sagte auch dass es tödlich wäre diese zu entfernen, während diese eingeschaltet sind!", erinnert Lupi seinen Freund an die Stelle, welche er scheinbar vernachlässsigt.

"Tödlich, ja!", fasst der Mensch den Gedanken auf, "Tödlich für euch beide!"

"Nein, das mache ich nicht!", entscheidet der Canidar mit vehementem Nachdruck.

"Nun, dann hatte Nikira wohl doch recht!", meint der Junge, was Lupi aufhorchen lässt, "Das Tritaniummesser ist Teil des Puzzles!"

Bevor der Wolf mitbekommt wie Proximo dies gemeint hat, rammt dieser sich das Messer selbst in den Rücken und zerstört auf einen Schlag die Verbindungen zu seinem Körper. Ein kurzer Aufschrei folgt dem Schauspiel bevor der Junge zusammenbricht. Krämpfe durchfahren seinen Körper, gefolgt von unkontrollierten Zuckungen und heftigen Blutergüssen aus Augen, Nase, Ohren und Mund.

"Proximo!", schreit sein Freund und eilt zu diesem hin, so schnell es seine Verletzungen zulassen.

Er versucht den Puls zu fühlen, spürt aber nichts oder kann ihn in seiner Panik sowie Bewegungen des Jungen nicht finden.

"Proximo!", versucht es der Canidar erneut und rüttelt an dem Menschenjungen, "Tu mir das jetzt nicht an!"

Nur schemenhaft nimmt der Betroffene die Rufe wahr, bevor alles zu verschwimmen scheint und er mit einem letzten schmerzerfüllten Seufzer die Augen schließt.

20.02.2010

Gewisse Ungewissheiten

Dumpfe Schritte, ein unverständliches Gewirr an Stimmen und anderen Lauten scheint wie in einem riesigen Raum zu verhallen. Bunte Farben mischen sich in abstrakten Mustern mit bekannten Gesichtern und einem Anderen, weiblichen, welches unbekannt und doch irgendwie vertraut erscheint. Es ist als wäre dieses Wesen in irgend einer Form verbunden mit etwas, tief im eigenen Selbst und trotz der menschlichen Erscheinung ein verwantes etwas. So zumindest durchlebt Proximo die Stunden zwischen Leben und Tod bis er die Augen aufschlägt und eine nur zu vertraute, weiße Decke betrachtet. Er versucht seine Gliedmaßen zu bewegen und spürt mit seinen Fingern eine weiche Pfote welche durch seine Bewegungen zusammenzuckt.

"Proximo?", hört der Mensch eine Stimme und fühlt geradezu wie eine andere Person weggeschoben wird, "Hörst du mich?"

Er möchte antworten, doch der Versuch eine Silbe auszusprechen, scheitert kläglich. Um sich doch noch verständlich zu machen, verstärkt der Junge den Druck seiner Hand und streicht mit dessen Daumen über die Innenfläche der gehaltenen Pfote. Ein Hypospray an seinem Nacken zischt und haucht ihm scheinbar neues Leben ein, wonach er endlich das Gesicht Nikiras erkennt, welche über ihn gebeugt ist.

"Ich habe geträumt!", formuliert der Menschenjunge seinen ersten Satz und lässt seine Augen den Raum abtasten, "Von einem wunderschönen Mädchen!"

"Von mir?", meint die Faeli geschmeichelt.

Gedankenverloren wendet Proximo seine Blicke ab: "Nein, sie war ein Mensch und wirkte so vertraut als würde ich sie schon ewig kennen!"

"Oh!", reagiert die Faeli bissig und löst ihre Pfote aus dem Griff seiner Hand, "Schön dass du Spaß hattest während wir vor Sorge fast gestorben sind! Vielleicht willst du ja jetzt noch etwas dümmeres machen um die Frau deiner Träume wieder zu sehen!"

"Was?", erkundigt sich der Angesprochene verdutzt, doch das Weibchen hat bereits den Behandlungsraum verlassen und dabei auch noch eine Ärztin mit einem ganzen Tablett Behandlungsgeräten und Medizin umgerannt.

"Was ist denn hier passiert?", erkundigt sich Lupi, der gerade noch mitbekommt wie die aufgebrachte Faeli den Raum verlässt als er diesen betritt.

Ein Schulterzucken ist alles was Proximo dazu einfällt, bevor er selbst das Wort ergreift: "Ist etwas passiert während ich weggetreten war? Warum ist sie so sauer auf mich?"

"Ich weiß nicht, viel ist es ja nicht mehr gewesen!", erinnert sich der Canidar an die letzten Ereignisse, "Ich hab die Energiequelle deines Neuralinjektors nicht anschließen können weil sie bei der Beschädigung des Injektors durch einen Kurzschluss zerstört wurde!"

Der Menschenjunge nimmt die Nachricht auf ohne eine Emotion zu zeigen, versteht aber nicht wie es danach weitergehen konnte.

"Naja!", setzt Lupi seinen Bericht fort, "Um es kurz zu machen, Nikira wurde schon einige Sekunden vor uns hochgebeamt, als sie fast von Klauenwürmer-Jungen gefressen wurde. Wir zwei wurden dann vorallem wegen deinem kritischen Zustand zur Krankenstation hier auf dem Schiff gebracht!"

Proximo überlegt einige Sekunden, will eine Frage stellen, beantwortet sie aber schließlich selbst: "Es gab nie ein Puzzle, jeder der Gegenstände sollte uns nur beim Überleben helfen, stimmts?"

"Ja!", bestätigt der Wolf ohne zu zögern, "Unsere Aufgabe bestand darin einfach 50 Tage auf diesem Planeten zu überleben!"

Mit einem Seufzer schließt Proximo erneut die Augen, bevor der Wolf der Krankenstation verwiesen wird, damit der Mensch sich weiter erholen kann.

Auch wenn nicht alles so verlaufen ist wie sich das Ylia erhofft hat, ist das Potential der Drei nicht zu verleugnen. Für sie war der Versuch aber auch Beweiß dafür, dass es für die Kinder noch ein weiter Weg ist und es Zeit für eine Ausbildung wird, wie sie nur beim schwarzen Rudel zu bekommen ist. Zugegebenermaßen ist dies auch bekannt dafür, dass sie nur wenige überleben und noch weniger später in den aktiven Dienst aufgenommen werden können. Wirkliche Sorgen macht der Canidar allerdings nur das zuweil sehr eigenartige Verhalten Nikiras, ihre offensichtliche, innere Unruhe und die ungestühmen Gefühlsausbrüche. Ihr ist nicht ganz klar welche Beziehung zwischen Proximo und dem Faeli-Weibchen herrscht, dennoch scheint diese zu einem zunehmenden Problem für die Gruppenstabilität zu werden. Das und vieles andere geht der Canidar durch den Kopf, während sie am Biobett des schlafenden Menschenjungen steht und jede seiner Regungen beobachtet.

"Warum hatten Nikira und Lupi auch so ein Teil am Rücken?", spricht der Menschenjunge völlig unvermittelt.

Die Wolfsfrau zuckt überrascht zusammen, denn es gab kein weder irgend ein Anzeichen dafür dass der Junge wach wird, noch ein Blinzeln mit dem er sich hätte umschauen können.

"Nun, ja, also, das ist so", beginnt Ylia stotternd, "Da du normal körperlich das stärkste Glied bist, haben wir versucht eure Rollen zu tauschen!"

"Hmm, daher also die plötzliche Kraft von Nikira! Hat das auch etwas mit dem eigenartigen Verhalten von ihr zu tun gehabt?", forscht der Junge weiter.

"Nein!", erwidert die schwarze Wölfin überzeugend und verlässt ohne ein weiteres Wort den Raum..

In Gedanken versunken runzelt Proximo die Stirn und auch wenn es nicht viele Antworten waren die er Ylia Lykan entlocken konnte, hat er doch eine ganze Menge mehr erfahren. Das einfache Nein gibt aber genau so viele neue Rätsel auf wie es beantwortet. Nachdenklich betrachtet er die vorbeiziehenden Sterne an denen für den Jungen nur eine einzige Wahrheit erkennbar ist.

20.02.2010

Kanni's Freunde

Ein nerviger Piepton weckt Proximo aus seinem Schlummer, bereits wenige Stunden nachdem er die Krankenstation verlassen hat. Noch müde wankt der Menschenjungen zur Schalldusche und betrachtet seinen Körper, insbesondere aber sein Gesicht, im Wandspiegel. Trotz seiner wiederhergestellten regenerativen Fähigkeiten sind die Narben geblieben. Der Junge überlegt einen Moment ob er sie einfach aufkratzen soll damit die Zeichen der nächtlichen Auseinandersetzung verschwinden, entscheidet sich dann aber dagegen. Die vergangenen Ereignisse schwirren immer noch in seinem Kopf herum, das Verhalten und die Äußerungen der schwarzen Canidar dazu, all das scheint eigenartig. Ein weiteres Piepgeräusch reißt Proximo aus diesen Gedanken und bringt ihn dazu die Schalldusche wieder zu verlassen um sich endlich anzuziehen oder genauer gesagt anziehen zu lassen. Als er jedoch die heutige Auswahl an Kleidungsstücken sieht, stutzt der Menschenjunge, denn er hat lediglich die Möglichkeit einen schwarzen, hautengen Ganzkörperanzug zu wählen.

Widerwillig akzeptiert Proximo und findet sich, nach seiner Wahl, plötzlich auf einer gewaltigen Plattform wieder, welche über den Wolken zu schweben scheint. Hunderte gleichartiger Scheiben reichen sich aneinander und bilden gemeinsam eine gewaltige und gefährlich aussehende Strecke mit vielen Engstellen und eigenartigen Krümmungen ohne auch nur ein einziges Geländer oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen. Er beginnt gerade sich über dieses seltsame Phänomen Gedanken zu machen, als Lupi neben ihm materialisiert und einen Augenblick später auch das Faeli-Weibchen Nikira. Letztere hat einen eigenartig steifen und kalten Blick. Im Vergleich zum Vortag wirkt sie wie ausgewechselt.

Die Frage warum sie alle an diesem Ort sind, sollte sich erübrigen, denn nur Sekunden später wird eine Türe sichtbar, durch welche Ylia Lykan höchst persönlich, in Begleitung eines hochgewachsenen, kräftigen Faeli, den Raum betritt.

"Guten Morgen", wünscht die schwarze Wölfin ohne dass dies wirklich glaubhaft klingt, "Ich bin nur hier um sicherzugehen dass ihr euren neuen Lehrer kennen lernt!"

Überrascht schauen sich die Jugendlichen gegenseitig an, doch ein Räuspern lässt ihre Blicke wieder in Richtung der großen Katze wandern.

"Ich bin Leutnant Commander Kannani Catoris! Meine Freunde nennen mich Kanni!", beginnt der große Kater mit steifem Gesichtsausdruck.

"Sehr erfreut, Kanni, ich heiße Proximo!", reagiert der Menschenjunge in lockerem Ton.

"Ich kann mich nicht erinnern dich als meinen Freund bezeichnet zu haben!", fährt ihn der Faeli, mit dem auffälligen Tigermuster, scharf an, "Ich bin dein Ausbilder, möglicherweise die einzige Chance diese Ausbildung zu überleben, also wage es nicht nochmals einen Satz an mich zu richten der weder mit Sir anfängt noch endet!"

"Was?", meint Proximo mit überraschter Miene.

Man sieht deutlich wie Kannani nach Luft schnappt: "Ich habe schon Menschen getötet die wesentlich jünger waren wie du! Wenn es nach mir ginge hätte man dich schon längst an die Wand gestellt und erschossen und du wagst es mich herauszufordern?"

"Es geht aber offensichtlich nicht nach ihnen!", kontert der Beleidigte, denn der große Kater hat einen wunden Punkt erwischt den Proximo all zu gern vergessen würde.

"Du kleiner Menschen-Abschaum wirst mich kennen lernen!", droht der viel größere Faeli und macht einen Schritt auf den Jungen zu, "Ich verspreche dir, diese Frecheiten wirst du mit Blut bezahlen müssen!"

"Mit meinem?", eruiert der Menschenjunge und bringt seine Beine und Hände in eine stabilere, besser für den Kampf taugliche, Position.

Mit einem bösen Lachen in der Stimme erwidert der Ausbilder die Geste verbal: "Du Wurm glaubst wirklich dass du auch nur den Hauch einer Chance geben mich hättest? Deine Eltern haben wohl einen Schwachkopf großgezogen!"

"Und ihre ein arrogantes, selbstgefäll...", beginnt Proximo, bis plötzlich eine fremde Pfote schmerzhaft auf seinem Fuß tritt und der Besitzer dieser vor ihn tritt.

"Er meint es nicht so, Leutnant Commander Sir", entschuldigt sich Nikira förmlich für die Verfehlungen des Menschen, "Proximo ist sehr leicht aufzuregen und ist wohl noch nicht wieder ganz gesund, es wird nicht wieder vorkommen, Sir!"

Tief überrascht über den Auftritt des Weibchens bringt der Entschuldigte kein einziges Wort heraus und schaut nur ratlos in Richtung Lupi, welcher selbst nicht weiß was er davon halten soll.

"Das will ich hoffen, sonst schlitze ich ihn auf wie jeden anderen dieser reudigen Menschen!", erwidert der Leutnant in arrogantem Tonfall, was das Blut des Jungen erneut in Wallung versetzt.

Gerade will er dem Ausbilder zeigen wer hier reudig ist, als das Faeli-Weibchen ihn mit ausgefahrenen Krallen am Arm packt und unfreundlich zuzischt: "Sei nicht immer so selbstsüchtig, beherrsch dich verdammt!"

Man sieht dass es dem Jungen nicht leicht fällt seine Gefühle unter Kontrolle zu halten, aber gerade als Nikira denkt dass das schlimmste überstanden ist, wendet sich der Leutnant erneut an ihn.

"Ach ja, hier ist noch ein Geschenk von Captain Lykan!", wie ein Diskus fliegt ein scheiben-förmiges Gerät durch die Luft und prallt schmerzhaft am Kopf des Menschenjungen ab, bevor es auf die Erde fällt, "Nikira, du kannst das Ding sicher bedient, scheint was medizinisches zu sein! Der Captain sagte zwar irgendwas von einer Betäubung, in diesem Fall können wir aber sicher mal eine Ausnahme machen! Verwende es gleich mal, vielleicht hilft es ja gegen seine Anfälle!"

Proximo erträgt das höhnische Lachen desjenigen nicht, welcher es sich gerade auf einem Sessel gemütlich macht und versucht sich von der Faeli loszureißen: "Lass mich los, ich werde ihm das Ding in seinen fetten Ar..."

Scheinbar gnadenlos und mit voll ausgefahrenen Krallen, stoppt Nikira den wütenden Menschen, indem sie einen Prankenschlag ins Gesicht versetzt. Getroffen taumelt der Junge rückwärts und fällt zu Boden, als sich auch schon das Weibchen auf ihn setzt und mit einer einzigen ausgefahrenen Klaue seinen Anzug im Brustbereich aufschlitzt. Erneut entsteht dabei eine nicht zu verachtende Verletzung, welche die Faeli aber völlig ignoriert und statt ihm zu helfen, das scheiben-förmige Gerät auf die nackte Brust drückt.

20.02.2010

Befehlstreue

Schmerzschreie erfüllen das Holodeck, begleitet vom schadenfrohen Lachen des hochgewachsenen Faeli mit dem getigerten Fell, als sich das Gerät direkt mit dem Herz von Proximo verbindet und schließlich aktiviert. Auch wenn es nur wenige Sekunden waren, der Schreck sitzt tief, sein Herzschlag rast und er scheint kaum Luft zu bekommen als Nikira endlich wieder von ihm runter geht. Dem Jungen aber erscheint es als wäre plötzlich die ganze Welt um ihn schneller, seine Muskeln schwerer und alles irgendwie undeutlicher, wie von einem Schleier bedeckt worden. Ein Griff an die Wange bestätigt seine Vermutung, denn die Wunde weigert sich vehement aufzuhören zu bluten.

"Was hast du getan?", fährt Proximo, noch am Boden liegend, das Weibchen an.

"Einen Befehl ausgeführt!", reagiert sie wie selbstverständlich, "Du solltest dich schnell daran gewöhnen!"

"Gut gemacht! Als Belohung für dein Schnelligkeit und Präzision beim Ausführen meiner Befehle, ernenne ich dich hiermit zur Anführerin dieser mickrigen Truppe!", erklärt Leutnant Commander Catoris erfreut und beobachtet dabei ganz genau die bösen Blicke des Menschen, welche nicht nur ihm gelten.

Scheinbar warmherzig eröffnet der hochgewachsene Faeli den drei gleich noch die nächste Neuigkeit: "Nach dem wir uns jetzt ja alle so gut verstehen, die erste Übung ist körperlicher Natur! Dreißig Kilometer Dauerlauf, los, los, los, das gilt auch für den kleinen Menschenschwächling!"

Knurrend beißt Proximo die Zähne zusammen, steht ruckartig auf und folgt den beiden anderen, immer noch stark blutend, in die scheinbare Ewigkeit des, eigentlich winzigen, Holodeckraums.

Zwei Stunden und gut 40 virtuelle Kilometer später, findet sich der Menschenjunge endlich auf der Krankenstation ein, im Ohr noch das höhnische Lachen des Leutnant Commanders. Wie üblich lässt er dort alles mit sich machen und ist viel zu beschäftigt damit über die letzten Stunden nachzudenken um sich an seine Angst vor Ärzten zu erinnern. Für ihn stellen die Aktionen Nikiras einen klaren Verrat an die Freundschaft dar, dessen er sich bisher sicher war, man muss aber aber kein Psychologe sein um zu erkennen dass er auch auf andere weise tief verletzt ist. Wunden welche kein Dermalregenerator heilen kann und doch genau so real sind wie die tiefen Kratzspuren in seinem Gesicht.

20.02.2010

Durchlöcherte Hügel

Derweil ist Nikira zu Ylia bestellt worden, weshalb weiß auch Lupi nicht so genau, nur dass es um etwas persönliches geht. Der jedoch hat sowieso ganz andere Sorgen, hat der Faeli mit dem Tigermuster doch von ihm verlangt, dass er seine technischen Kenntnisse dafür einsetzt eine Bombe zu bauen und mit dieser einen geraden Tunnel mit mindestens fünf Meter Durchmesser in den Holodeck-Hügel vor ihm zu sprengen. Äußerst konzentriert und vorsichtig steckt der weiße Wolf die verschiedenen Komponenten zusammen und justiert eine Menge Zahlen und Symbole an der Steuereinheit des Sprengsatzes. Er wäre wohl auch völlig bei der Sache geblieben, würde sich nicht gerade in diesem Moment die Holodecktüre öffnen und eine zierliche, junge Faeli mit hüpfenden, lockeren Schritten den Raum betreten. Bei genauerer Betrachtung ist sie sogar noch etwas kleiner wie Lupi, welcher mit Abstand der kleinste Canidar an Bord ist. Einen Augenblick wundert dieser sich über den Auftritt, bis das Weibchen vor Kannani Catoris stehen bleibt, salutiert und einige Worte mit ihm wechselt.

Lupi kann von allem dem nichts verstehen, bis der Leutnant Commander die Stimme erhebt: "Aber sie wollen doch sicher nicht die erste Sprengung des Rekruten Arcto verpassen, da gibt es sicher etwas zu lachen!"

Schnellen Schrittes kommen die beiden Faeli auf ihn zu, während Lupi noch an den Verbindungsstücken und Einstellungen fummelt. Eigentlich ist er noch nicht ganz fertig aber um ehrlich zu sein ist das etwas dass der Canidar lieber für sich behalten würde als es seinem neuen Lehrmeister zu sagen.

"Anfangen!", fordert der, ohne überhaupt danach zu fragen, was der kleine Wolf mit einem schnellen Salutieren bestätigt.

Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Vorsichtig und voller Angst es könnte nicht funktionieren, entsichert Lupi den Sprengsatz durch herausziehen eines kleinen Stifts, läuft eilig zu seiner kleinen Schaltzentrale zurück und bewegt darauf einen Drehschalter. Ohne dies nach außen zu zeigen, atmet er innerlich auf als ein rotes Licht aufleuchtet und er behutsam die Abdeckung zum Zündschalter hochhebt und die größten Zehen seiner rechten Vorderpfote auf den Auslöser legt.

"Na wirds bald?", fährt ihn der Faeli im Tigerlook unfreundlich an, als Lupi mit ihm Blickkontakt aufnimmt um seine Aktion zu bestätigen.

Mit einem geschlossenen sowie einem zusammengekniffenen Auge, betätigt der kleine Wolf den Auslöser, gefolgt von einer mächtigen Detonation welche ihn rücklinks von den Füßen fegt. Hustend, nach Luft ringend versucht er irgendetwas durch diese Staubwolke zu erblicken und erschrickt als genau neben ihm die Faeli mit dem Pantermuster auftaucht.

"Du musst bei einer Sprengung auf drei Pfoten, nicht nur den Hinterbeinen stehen!", belehrt ihn das Weibchen in freundlichem Tonfall, während sich langsam der Nebel lichtet.

"Ist aber bei weitem nicht der einzige katastrophale Fehler!", hört man eine deutlichere, viel unfreundlichere Stimme aus Richtung des Sprenglochs, welche sich schnell nähert, "Ausgerissene Ränder, nur neun statt zehn Meter Tiefe der vor allem der ganze Staub!"

"Kannst du dir auch nur im Entferntesten vorstellen was dieser blutrünstige Menschenabschaum mit dir macht wenn du so eine miserable Sprengung im Feindgebiet ablieferst?", fährt der Ausbilder den immer noch hustenden Canidar an.

Der will gerade etwas erwidern als ihn der große Faeli erneut unterbricht: "Sie werden es auf jedem noch so beschissenen Trikorder sehen, dich suchen, jagen und zur Strecke bringen! Wenn du das Pech hast das zu überleben wirst in irgend einem Loch langsam zu Tode gequält, während sie versuchen jede noch so kleine Information aus dir herauszuquetschen!"

Lupi schluckt betroffen und bringt keinen Ton heraus, was seinen Ausbilder allerdings nicht davon abhält ihn hart am Nacken zu packen.

"Sie werden dich für sowas umbringen und deine jämmerlichen Überreste irgendwo verscharren! Hast du das endlich kapiert?", schreit Leutnant Commander Catoris den völlig verschreckten Canidar an, während er dessen Kopf genau in seiner Augenhöhe fixiert.

"Ja!", quetscht der kleine Wolf, kaum in der Lage zu sprechen, heraus.

Grob schüttelt der großen Faeli den Kopf von Lupi, während er diesen immer noch fest im Griff hält: "Ja, was!"

"Ja, Ja Sir!", erwidert der so gequälte mit letzter Kraft, bevor ihn Catoris wie einen nassen Sack fallen lässt.

"Genug Unterhaltung für heute, es wird Zeit für eine Pause!", meint der Leutnant Commander trocken, ohne Zweifel daran zu lassen dass es ausschließlich seine sein würde, "Computer! Zu Trainingsprogramm Catoris 15 Gamma wechseln!"

Und zum kleinen, weißen Wolf gewendet: "Zu deinem Glück war es keine Sprengung im Feindgebiet, deshalb kannst du gleich bei einem 60 Kilometer-Lauf genau darüber nachdenken!"

Ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren, verlässt der ungeliebte Trainer den Simulationsraum und Lupis Blicke fallen auf die einzige Person die noch im Raum steht.

"Nimm es dir nicht so zu Herzen! Für die erste Sprengung war es wirklich nicht schlecht!", meint die junge Faeli aufmuntert und lächelt dabei freundlich.

Leise seufzend erwidert der Canidar die Geste und blickt niedergeschlagen auf die lange Laufstrecke vor ihm, von welcher erwartet wird dass er sie in unter zwei Stunden zu bewältigen hat.

"Ich muss dann jetzt auch weiter, mein eigenes Training wartet!", verabschiedet sich Panteri und wendet sich zum Gehen.

"Warte!", hält Lupi das Weibchen auf und lässt einige peinliche Sekunden verstreichen, bevor er endlich weiter spricht, "Wie heißt du eigentlich?"

Keine besonders schwierige Frage, die Faeli zögert aber für einen Moment bevor sie endlich antwortet: "Nenn mich einfach Panteri oder Panti wenn dir das besser gefällt!"

Ein endlich ehrliches Lächeln gleitet die Lippen des Canidar und das Weibchen zielstrebig den Raum verlässt.

20.02.2010

Schein und Sein

Zur gleichen Zeit, nur knapp hundert Meter entfernt, beendet Nikira gerade ihren Bericht an die schwarze Wölfin, wirkt aber gerade jetzt am Ende abwesend.

"Er hat also den Befehl gegeben das Implantat einzusetzen, sofort an Ort und Stelle?", fordert Ylia Lykan erneut die Bestätigung dieses ungeheuerlichen Vorgangs.

"Ja!", reagiert das Faeli-Weibchen mit gesenktem Blick, "Ich habe den Befehl befolgt und dadurch wohl sein Vertrauen gewonnen, aber..."

Mit gespitzten Ohren lauscht der Captain der Ankedris, doch es scheint nicht als wollte Nikira den Satz beenden.

"Glaubst du er weiß etwas? Denkst du er versucht dich mit gespielten Vertrauen zu ködern? Hat vielleicht Panteri verdacht geschöpft?", stochert die Wölfin nach, doch bei den ersten zwei Sätzen schüttelt die Angesprochene ihren Kopf.

Bei letzterem aber horcht das Mädchen auf: "Panteri?"

"Sie ist die Tochter von Leutnant Commander Kannani Catoris!", erklärt die Canidar die Verhältnisse, "Denk immer daran dass sie in jedem Fall auf seiner Seite steht! Begehe nicht den Fehler ihr zu vertrauen denn wenn sie wird wirklich alles tun um ihren Vater zu schützen!"

Nikira nickt leicht, erneut scheint sie nur mit einem Ohr zuzuhören. Im Wolfskopf arbeitet es unentwegt, doch die meisten Ideen warum dies so sein könnte, sind ihr zu abwegig. Es scheint sie fast zu schockieren dass eine davon tatsächlich der Realität entsprechen könnte.

"Es ist wegen Proximo und was ich ihm angetan habe!", gibt die Faeli die überraschende Antwort.

"Du fragst dich ob er dir verzeihen kann", meint die schwarze Canidar analytisch, "Aber ich glaube ich kann dich beruhigen, die Schmerzen der Implantation sind zwar stark aber nur von sehr kurzer Dauer!"

Am abwesenden Blick von Nikira ist abzulesen dass dies wohl nicht der Grund für ihre Gewissensbisse ist und es um eine ganz andere Verletzung geht welche sie ihrem Freund zugefügt hat. Ylia registriert wie sich die Faeli immer weiter verschließt, es scheint unmöglich an sie heranzukommen oder den wahren Grund zu erfahren.

"Ich bin vielleicht ein Captain und hochrangiges Mitglied des schwarzen Rudels, aber auch auch eine Canidar!", versucht der Wolf das Mädchen, mit ruhiger Stimme, auf das andere Weibchen einzureden.

Für Nikira aber, klingt dies eher wie eine Drohung, sind Canidar ja nicht wirklich dafür bekannt besonders einfühlsam oder rücksichtsvoll zu sein weshalb sich die Wölfin dazu gezwungen sieht das Thema zu wechseln.

"Nun, ich kann dich zu nichts zwingen!", schließt Ylia, schließt aber das wesentliche sofort an, "Was deinen Auftrag betrifft, muss ich dich loben, aber gleichzeitig vor Catoris warnen!"

Überrascht horcht Nikira auf, bekommt aber sofort die, allerdings missverständliche, Erklärung: "Du bist eine jung, klug, eine Faeli und nicht zuletzt sehr attraktiv!"

"Wie?", reagiert das Katzenmädchen erschrocken und verdeckt mit den Pfoten ihren Oberkörper.

"Sexuell anziehend für Catoris, er ist offensichtlich angetan von äußerst jungen Weibchen!!", korrigiert die schwarze Wölfin in vorwurfsvollem Ton, "Canidar und Faeli, das kann nicht funktionieren! Genau deshalb habe ich dich für diese Aufgabe ausgesucht!"

"Aber ich bin doch noch nicht mal 4700!", wendet das Mädchen unsicher ein, doch Ylia wehrt entschieden ab.

"Mit 4700 hatte ich schon so einige Aufträge hinter mir, die weit mehr erfordert haben wie ich von dir verlange!", meint die Canidar sicher und betont geradezu die Bedeutung dieser Aussage, "Ich meinte lediglich dass du dir deine Aufgabe sehr viel einfacher machen könntest wenn du ihn mit deinen Augen statt Krallen angreifst!"

Nikira nickt und denkt über die Worte des Wolfes nach, insbesondere über jene die sie nicht ausgesprochen hat. Ihre wahre Sorge gilt aber der eigenen Verfassung und den Phasen welche sie, in immer kürzen Abständen sowie deutlich zunehmender Stärke, durchmachen muss. Auch die Stimmungsschwankungen sind wohl darauf zurückzuführen doch wie kann sie dies Proximo erklären ohne sich selbst bis auf die Knochen und alle Zeit zu blamieren? Bevor sie die Überlegung jedoch zu ende geführt hat, kündigen sich genau jene Gefühle wieder an welche sie um jeden Preis zu unterdrücken versucht.

Jäh werden diese Gedanken von der Stimme Ylias unterbrochen, wie ertappt schreckt das Katzenmädchen hoch, die Nase ungesund weiß verfärbt, und vernimmt endlich die Worte des Wolfes: "Hallo? Geht es dir wirklich gut? Soll ich einen Arzt rufen?"

"Nicht nötig Captain Lykan, alles in bester Ordnung!", erwidert die Faeli steif und fremdartig.

"Bist du sicher?", bohrt die schwarze Wölfin irritiert nach und bewegt sich argwöhnisch um das Mädchen.

"Natürlich!", reagiert Nikira kurz angebunden, "Wäre das jetzt alles? Kann ich gehen?"

Wirklich nein sagen kann der Captain nicht, also ist ein unentschlossenes Kopfnicken das Einzige was das Katzenmädchen noch sieht bevor es aus dem Raum stürmt und schnellsten in Richtung eigener Unterkunft verschwindet. Was ganz genau dann dort passiert ist, kann Ylia nur erahnen. Zeugen dafür dass es nicht funktioniert hat, sind nur die Kratzspuren an der Wandverkleidung und die zerrissene Bettdecke.

25.02.10

Catoris Spezial

Nur wenige Minuten später kann sich auch Kadett Arcto von seinem Vorgesetzten verabschieden, was er mit steifer Haltung und Präsentation seines ungeschützten Nackens tut. Wenngleich dieses Verhalten gerade bei Menschen für Verwirrung sorgt, drückt die Geste Vertrauen und durch den gesenkten Kopf auch Unterwürfigkeit aus. Er verlässt daraufhin das Holodeck zügig und beamt sich schnurstracks zu Deck 8, wo ihn bereits ein Auflauf von Faeli und Canidar erwartet.

Obwohl, oder gerade weil, die Centauri auf diesem Schiff selten zusammentreffen, ist Aufenthaltsraum 8-38 zumindest einmal pro Tag der Ort wo sich die Crewmitglieder jeden Alters und Rangs austauschen und unterhalten können. Beim Betreten dieses Raums hat man das Gefühl direkt in den Weltraum hinaus zu spazieren, nur die im Raster angeordneten schwarzen Linien lassen erahnen dass es sich nur um ein erzeugtes Bild handelt. Keine Illusion wiederum ist die vollständig durchsichtige Decke, welche sich in einem leichten Bogen bis zum Untergrund zieht und momentan ein Meer aus ferne Sterne zeigt. Fast schon Ängstlich in den freien Raum zu fallen, tastet sich der kleine Wolf zu einem Replikator.

"Computer! Eine Portion Sagletiden-Auflauf!", verlangt er von einem der sechs Replikatoren im Raum.

Statt des erwarteten Essens bekommt Lupi nur die eintönige Stimme des Computers zu hören: "Es sind 42 Sagletiden-Aufläufe in der Datenbank vermerkt, spezifizieren sie ihre Auswahl!"

"Computer! Eine Portion Sagletiden-Auflauf Catoris Spezial!", ertönt plötzlich eine Stimme hinter dem Canidar, doch es ist nicht der Leutnant Commander welche die Bestellung tätigt, vielmehr seine Tochter.

"Hallo Arcto!", grüßt das Faeli-Weibchen freundlich, "Ich sitze da drüben, komm mit!"

"Lupi reicht!", korrigiert der Canidar freundlich und setzt sich mit seiner Würmer-Pampe an den angebotenen Tisch.

Das Mädchen derweil hat ein Gericht bestellt, welches wohl am ehesten mit Nudeln vergleichbar ist, mit verschieden großen Fleischstücken vermengt. Der gummiartige Pflanzensaft, Campi genannt, aus welchem die Schlangen geformt werden ursprünglich von einer Baumart stammen, dessen Rinde in der Frühentwicklung der Faeli eine große Rolle spielten. Auch wenn sie es nicht gerne zugeben und, insbesondere als reine Fleischfresser, einen Ruf zu verteidigen haben, hat diese Pflanze mit ihrem Nahrungsreichtum wohl vielen ihrer Art das Leben gerettet oder zumindest, durch einige unersetzliche Inhaltsstoffe, verbessert. So ist es nicht verwunderlich dass manche Nahrungsmittel noch immer mit Anteilen dieser vegetarischen Komponenten enthalten, wenngleich der Replikator die notwendigen Stoffe auch einfach in ein Fleischstück synthetisieren könnte.

Lupi sind diese Fakten ausnahmslos bekannt, wirklich faszinierend findet er wie die Faeli diese Dinger, mit drei Stäbchen in ihrer linken Pfote, kunstvoll aufrollt, in dem sie einen winzigen Energiestrudel in der Mitte entstehen lässt und dann alles zusammen zum Maul führt. Irgendwie beneidet er dass das Mädchen, welches ihr Gegenüber pausenlos betrachten kann, während er beim Essen ja mit dem Kopf zum Napf muss. Schließlich probiert der kleine Wolf aber aus seiner Schüssel und beginnt schon nach dem ersten Bissen an heftig zu husten.

"Alles in Ordnung?", sorgt sich Panteri um den Canidar visavi, man sieht aber bereits ein verstecktes grinsen in den Ecken ihres Mäulchens und bei genauem Hinsehen ist auch ein unverkennbares Zucken in ihrer Schwanzspitze erkennbar.

"Natürlich!", quetscht er mit verzerrtem Gesichtszug heraus, "Es ist nur etwas pikant!"

Ein fröhliches Lachen aus der Richtung des Weibchens, welche schon wusste dass der Wolf das unmöglich essen kann ohne sämtliche Geschmacksnerven einzubüßen, doch der leidet still und lenkt das Weibchen mit einer Frage ab: "Du hast da eine lustige Kette um den Hals, ist der Zahn echt?"

Sofort fasst Panteri an den erwähnten Halsschmuck, lässt die Wahrheit über diesen aber mit keinem Wort oder Geste erkennen. Man braucht kein Psychologe zu sein um an der wilden Schwanzbewegung der Faeli zu erkennen dass es sich bei diesem Gegenstand um etwas sehr persönliches handelt dass sie nur zu gerne im Dunkeln lassen würde. Zu ihrem Glück ist es Lupi selbst der mit seinem Husten ablenkt, als er versucht den nächsten Bissen zu nehmen und durch Wegschieben der Schüssel sichtlich eingesteht dass es unmöglich für ihn ist dies alles aufzuessen.

"Willst du mal meines probieren?", bietet das Katzenmädchen ihr essen mit einem verschmitzten Lächeln an und wartet gar nicht erst auf eine Antwort bevor sie die beiden Gerichte vertauscht.

Der kleine Wolf traut sich nicht wirklich etwas dagegen zu sagen und führt seine Schnauze langsam Richtung Nudelgericht, mit einem Auge Panteri beobachtend, als diese plötzlich eine abwehrende Bewegung macht.

"Nicht so, nimm das Besteck!", kommandiert das Mädchen bestimmt, "Du musst es so halten dass sich zwischen den beiden Enden nur ein kleiner Abstand für das essen bleibt und drehst es dann um es aufzuwickeln!"

Argwöhnlisch betrachtet der Canidar die kleinen Werkzeuge und hält zwei davon in der Rechten und eines in der linken Pfote. Der Versuch die drei Spitzen anzunähern erzeugt erst ein kleines, flimmerndes Feld und bei Berührung einen winzigen Blitz, welcher ihn aber so erschreckt dass er eines der Stäbchen fallen lässt und dann erschrocken unter dem Tisch verschwindet um es wieder hervorzuholen. Dabei stößt er sich auch gleich noch zweimal den Kopf was einen anderen Faeli-Offizier aufmerksam macht und nur durch das aufmunternde Lächeln Panteris davon abgehalten wird genauer nachzufragen.

"Bitte Lupi!", raunt das Mädchen mit der rechten Pfote vor den Augen, sichtlich geniert, als der Canidar endlich wieder zum Vorschein kommt.

Dieser entschuldigt sich mit einer typischen Canidar-Geste, dem gesenkten Kopf und schuldbewusst aufblickenden Hundeaugen, was das Weibchen unwillkürlich zum Kichern bringt.

Versöhnlich erwidert Panteri die Bitte um Verzeihung: "Schon gut, ich zeig dir wie das geht!"




Persönliche Werkzeuge