Proximo Colonies/Stories/worknew

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"Papa?", versucht es der Junge erneut, "Dafür bekomm ich aber genau so starke Pranken und Reißzähne wie du?"<br><br>
"Papa?", versucht es der Junge erneut, "Dafür bekomm ich aber genau so starke Pranken und Reißzähne wie du?"<br><br>
Doch wieder hält sich die hochgewachsene Gestalt kurz, welche entfernt an eine aufrecht stehende Katze erinnert: "Auch nicht!"<br><br>
Doch wieder hält sich die hochgewachsene Gestalt kurz, welche entfernt an eine aufrecht stehende Katze erinnert: "Auch nicht!"<br><br>
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Auch ohne Vergleich, ahnt der Kleine dass ihm entscheidende Dinge Fehlen, Dinge auf welche Tchark V`Chassal sehr stolz ist, wenngleich er dies nie offen zur Schau stellt, Dinge welche seine Rasse ausmachen? Ihm waren die Unterschiede aufgefallen wenn bewaffnete Männer völlig ohne Fell und Schwanz zu ihnen kamen. Er musste dann immer ins Haus gehen obwohl ihn diese Wesen sehr interessiert hätte... <br><br>
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Auch ohne Vergleich, ahnt der Kleine dass ihm entscheidende Dinge Fehlen, Dinge auf welche Tchark V`Chassal sehr stolz ist, wenngleich er dies nie offen zur Schau stellt, Dinge welche seine Rasse ausmachen? Ihm waren die Unterschiede aufgefallen wenn bewaffnete Männer völlig ohne Fell und Schwanz zu ihnen kamen. Er musste dann immer ins Haus gehen obwohl ihn diese Wesen sehr interessiert hätten.<br><br>
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Erneut versucht sich der Kleine Gehör zu verschaffen: "Papa?"<br><br>
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Unterdrückt knurrend wendet der Faeli seine Blicke vom Farbenspiel des Abends ab und blickt den Jungen mit eindringlich an.<br><br>
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"Ich weiß was dich beschäftigt, aber es ist noch nicht so weit!", spricht das hochgewachsene, katzenartige Wesen und legt seine mächtigen Pranken auf die schmalen Schultern seines Sohnes, "Du bist etwas sehr Besonderes, aber es sind bestimmt nicht die äußeren Unterschiede!"<br><br>
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Selbstverständlich ist das Kind mit solch einer Erklärung nicht zufrieden! Nicht die äußeren Unterschiede? Von was spricht er überhaupt, es ist doch mehr als offensichtlich dass ganz viele Dinge wie die Krallen, das Fell oder die beweglichen Ohren überhaupt nicht überein stimmen! Der Junge setzt ein missmutiges Stirnrunzeln auf, wendet seine Blicke, sucht die Wahrheit hinter den Gelbgrünen Augen, ein Zeichen von Verunsicherung oder irgendeine andere Erklärung für ein solches Verhalten.<br><br>
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Konzentriert auf die fixe Idee das Geheimnis zu ergründen, merkt der Junge gar nicht dass die Sandkörner, aufgewirbelt durch Winde der Dämmerung, immer langsamer vorbei zu schweben scheinen, Wolken weniger hastig vorbeiziehen und die Lösung wie ein schwaches Licht in seinem Geist zu glimmen beginnt. Wie das Tor zu einer anderen Welt, eine Galaxie der Antworten, ein neues Universum an Informationen wie ein Leuchtfeuer im Nebel und ein Name, nein der Name!<br><br>
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Wie vom Blitz getroffen zuckt der große Faeli zusammen und löst seine Pfoten vom Jungen für welchen sich dies wie ein Windstoß anfühlt, welcher die Flamme zum erlöschen bringt und, wie der für ihn erneut tobende Sandsturm, nichts als Dunkelheit hinterlässt. Doch etwas ist geblieben, ein Funke welchen er in seiner offenen Hand sucht, nicht findet aber nach dessen Zusammenballen wie einen schwindenden Traum festhält.<br><br>
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"Proximo", manifestiert er die Essenz des Funkens zu einem Namen, welchen er nie zuvor gehört hatte.<br><br>
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Tchark aber zuckt bei dessen Erwähnung aber erneut zusammen und verzieht verärgert das Gesicht.<br><br>
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Doch schnell glätten sich die Wogen wieder und der kräftige Faeli murmelt leise, aber dennoch verständlich, ehrfürchtig sowie ein wenig demütig: "Proximo, der Name eines Mannes, eines großen Kriegers, Mentors, wahren Anführers und Inspiration für Billiarden!"<br><br>
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Eindringlich blickt Tchark dem kleinen Jungen in die Augen: "Dein Name!"<br><br>
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Die Worte verklingen und wirken schon kurz darauf wie weggewischt vom unbändigen, eiskalten Abendsturm, doch sie zaubern ein Lächeln auf die Lippen des heranwachsenden.<br><br>
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"Ich hab den Namen eines großen Kriegers?", stochert er, der nun seinen wahren Namen kennt und sich dennoch nur für das von ihm erwähnte Detail interessiert, nach.<br><br>
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Dies wirkt, angesichts der Situation, so komisch für den Faeli, dass dieser in Lachen erklingen lässt, etwas dass Proximo in all den Jahren selten zu hören bekommen hat.<br><br>
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"Ja, so ist es!", erwidert Tchark mit einer Erleichterung, welche eigentlich Skepsis bei seinem Sohn auslösen hätte sollen, der ist allerdings viel offensichtlich grade in einen Tagtraum verfallen, malt sich aus wie dieser Proximo wohl gewesen sein könnte.<br><br>
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Allerdings ist der große Faeli nun nicht mehr da um den Jungen zu wärmen, und da die Temperatur bereits einige Grade ins Minus gefallen ist, zittert dieser bereits und Niest auch noch.<br><br>
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Grund genug für das große Katzenwesen seinen Sprössling, kurz angebunden aber mit einem freundlichen Schnurren in der Stimme, zur Nachtruhe zu schicken: "Ab mit dir!"<br><br>
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Proximo blickt unzufrieden auf, will noch nicht schlafen gehen, weiß aber dass er seinen Vater keinesfalls anderweitig überzeugen kann und trabt schließlich langsam Richtung Felsvorsprung, nimmt einen gewagten Satz und schlittert den steilen Abhang hinunter an dessen Ende er offensichtlich unaufmerksam an einem Stein hängen bleibt, stürzt, sich aber in letzter Sekunde durch Abrollen vor ernsthaften Verletzungen bewahren kann. Sein Vater, welcher ihm verboten hat solch waghalsige Rutschmanöver zu veranstalten blickt mit ernstem Blick hinunter, worauf Proximo das Zeichen registriert und schnellsten in der kleinen Hütte am Fuß des Felsens verschwindet.<br><br>
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Mit leichtem Kopfschütteln bewegt sich der Tchark wieder zurück an seinen Aussichtsort, beobachtet das letzte Aufglühen des Horizonts und denkt über jene Sachen nach, welche er am liebsten für immer von seinem Sohn fernhalten würde. Aber er weiß dass der Tag kommen wird, seine einzige Hoffnung besteht darin ihn noch einige Zeit hinauszögern zu können und Proximo für all dies vorzubereiten. Viel geht ihm durch den Kopf bis auch er die Zeichen der Nacht akzeptiert, sein Gewehr schultert und in ähnlicher Manier wie sein Sohn zuvor den Abhang hinunter schlittert, allerdings elegant kontrolliert von den Krallen seiner linken Pranke welche funkensprühend die Dunkelheit verdrängen und Furchen in den harten Stein ritzen. Dann betritt auch er den Ort, welcher für den Jungen seit jeher nur eines war, sein Zuhause.<br><br>

Version vom 4. Februar 2011, 02:36 Uhr

Dunkle Zeiten

Langsam senkt sich die Nacht über den kahlen Wüstenplaneten Sanda, kühle Polarwinde wirbeln trockene Erde und Sand auf. Auch wenn ein Untergang zweier Sonnen gleichzeitig eine einzigartige Erfahrung ist, Fremde oder Touristen verirren sich praktisch niemals an diesen rauen, lebensfeindlichen Ort. Passiert allerdings doch einmal, sind diese meist froh den Bergbauplaneten schnell wieder verlassen zu können. Es sind nicht nur die hohen Temperaturschwankungen, die eintönige Gerölllandschaft, das Fehlen jeglicher Unterhaltungsmöglichkeiten wie beispielsweise Holodecks. Auch die lokal heimischen, gefährlichen sowie riesigen Kreaturen lassen diesen Ort bei Nacht zu einem realen Albtraum werden. Tagsüber sind es die beiden Sonnen von welchen Gefahr ausgeht, da sie schon wenige Minuten nach ihrem gemeinsamen Aufgang alles in Asche verwandeln was nicht schnell genug Schutz suchen konnte.

Demnach sind Morgen- und Abenddämmerung die einzigen Gelegenheiten die Außenwelt ohne Schutzanzug zu betrachten. So wie es die zwei Gestalten, hoch oben auf einem gut dreißig Meter hohen und doppelt so langem Felsen. Eine davon scheint ein kleiner Junge zu sein, welcher etwas gelangweilt mit den Beinen schlenkert und den letzten Sonnenstrahlen am Rande des Horizonts mit seinen Augen verfolgt. Doch schon greift die klirrende Kälte um sich, welche schon in wenigen Minuten Alkohol gefrieren lassen wird.

"Papa?", bricht das scheinbar knapp 8-jährige Kind die Stille, "Wenn ich groß bin, bekomm ich dann auch so ein schöne, dickes Fell?"

"Nein", reagiert der Faeli, scheinbar ohne die Intuition dieses Thema weiter zu erörtern.

Verwundert denkt der Sprössling über die Worte seines Vaters nach und betrachtet missmutig seine nackten Arme dessen sporadische Behaarung nicht im Entferntesten mit der Fellpracht seines Vaters konkurrieren kann. Schon seit längerem hegt er die Angst anders zu sein, doch dies zu untermauern fällt ihm schwer, ist ihm doch jeglicher Kontakt zu anderen Bewohnern dieser Welt untersagt.

"Papa?", versucht es der Junge erneut, "Dafür bekomm ich aber genau so starke Pranken und Reißzähne wie du?"

Doch wieder hält sich die hochgewachsene Gestalt kurz, welche entfernt an eine aufrecht stehende Katze erinnert: "Auch nicht!"

Auch ohne Vergleich, ahnt der Kleine dass ihm entscheidende Dinge Fehlen, Dinge auf welche Tchark V`Chassal sehr stolz ist, wenngleich er dies nie offen zur Schau stellt, Dinge welche seine Rasse ausmachen? Ihm waren die Unterschiede aufgefallen wenn bewaffnete Männer völlig ohne Fell und Schwanz zu ihnen kamen. Er musste dann immer ins Haus gehen obwohl ihn diese Wesen sehr interessiert hätten.

Erneut versucht sich der Kleine Gehör zu verschaffen: "Papa?"

Unterdrückt knurrend wendet der Faeli seine Blicke vom Farbenspiel des Abends ab und blickt den Jungen mit eindringlich an.



"Ich weiß was dich beschäftigt, aber es ist noch nicht so weit!", spricht das hochgewachsene, katzenartige Wesen und legt seine mächtigen Pranken auf die schmalen Schultern seines Sohnes, "Du bist etwas sehr Besonderes, aber es sind bestimmt nicht die äußeren Unterschiede!"

Selbstverständlich ist das Kind mit solch einer Erklärung nicht zufrieden! Nicht die äußeren Unterschiede? Von was spricht er überhaupt, es ist doch mehr als offensichtlich dass ganz viele Dinge wie die Krallen, das Fell oder die beweglichen Ohren überhaupt nicht überein stimmen! Der Junge setzt ein missmutiges Stirnrunzeln auf, wendet seine Blicke, sucht die Wahrheit hinter den Gelbgrünen Augen, ein Zeichen von Verunsicherung oder irgendeine andere Erklärung für ein solches Verhalten.

Konzentriert auf die fixe Idee das Geheimnis zu ergründen, merkt der Junge gar nicht dass die Sandkörner, aufgewirbelt durch Winde der Dämmerung, immer langsamer vorbei zu schweben scheinen, Wolken weniger hastig vorbeiziehen und die Lösung wie ein schwaches Licht in seinem Geist zu glimmen beginnt. Wie das Tor zu einer anderen Welt, eine Galaxie der Antworten, ein neues Universum an Informationen wie ein Leuchtfeuer im Nebel und ein Name, nein der Name!

Wie vom Blitz getroffen zuckt der große Faeli zusammen und löst seine Pfoten vom Jungen für welchen sich dies wie ein Windstoß anfühlt, welcher die Flamme zum erlöschen bringt und, wie der für ihn erneut tobende Sandsturm, nichts als Dunkelheit hinterlässt. Doch etwas ist geblieben, ein Funke welchen er in seiner offenen Hand sucht, nicht findet aber nach dessen Zusammenballen wie einen schwindenden Traum festhält.

"Proximo", manifestiert er die Essenz des Funkens zu einem Namen, welchen er nie zuvor gehört hatte.

Tchark aber zuckt bei dessen Erwähnung aber erneut zusammen und verzieht verärgert das Gesicht.

Doch schnell glätten sich die Wogen wieder und der kräftige Faeli murmelt leise, aber dennoch verständlich, ehrfürchtig sowie ein wenig demütig: "Proximo, der Name eines Mannes, eines großen Kriegers, Mentors, wahren Anführers und Inspiration für Billiarden!"

Eindringlich blickt Tchark dem kleinen Jungen in die Augen: "Dein Name!"

Die Worte verklingen und wirken schon kurz darauf wie weggewischt vom unbändigen, eiskalten Abendsturm, doch sie zaubern ein Lächeln auf die Lippen des heranwachsenden.

"Ich hab den Namen eines großen Kriegers?", stochert er, der nun seinen wahren Namen kennt und sich dennoch nur für das von ihm erwähnte Detail interessiert, nach.

Dies wirkt, angesichts der Situation, so komisch für den Faeli, dass dieser in Lachen erklingen lässt, etwas dass Proximo in all den Jahren selten zu hören bekommen hat.

"Ja, so ist es!", erwidert Tchark mit einer Erleichterung, welche eigentlich Skepsis bei seinem Sohn auslösen hätte sollen, der ist allerdings viel offensichtlich grade in einen Tagtraum verfallen, malt sich aus wie dieser Proximo wohl gewesen sein könnte.

Allerdings ist der große Faeli nun nicht mehr da um den Jungen zu wärmen, und da die Temperatur bereits einige Grade ins Minus gefallen ist, zittert dieser bereits und Niest auch noch.

Grund genug für das große Katzenwesen seinen Sprössling, kurz angebunden aber mit einem freundlichen Schnurren in der Stimme, zur Nachtruhe zu schicken: "Ab mit dir!"

Proximo blickt unzufrieden auf, will noch nicht schlafen gehen, weiß aber dass er seinen Vater keinesfalls anderweitig überzeugen kann und trabt schließlich langsam Richtung Felsvorsprung, nimmt einen gewagten Satz und schlittert den steilen Abhang hinunter an dessen Ende er offensichtlich unaufmerksam an einem Stein hängen bleibt, stürzt, sich aber in letzter Sekunde durch Abrollen vor ernsthaften Verletzungen bewahren kann. Sein Vater, welcher ihm verboten hat solch waghalsige Rutschmanöver zu veranstalten blickt mit ernstem Blick hinunter, worauf Proximo das Zeichen registriert und schnellsten in der kleinen Hütte am Fuß des Felsens verschwindet.

Mit leichtem Kopfschütteln bewegt sich der Tchark wieder zurück an seinen Aussichtsort, beobachtet das letzte Aufglühen des Horizonts und denkt über jene Sachen nach, welche er am liebsten für immer von seinem Sohn fernhalten würde. Aber er weiß dass der Tag kommen wird, seine einzige Hoffnung besteht darin ihn noch einige Zeit hinauszögern zu können und Proximo für all dies vorzubereiten. Viel geht ihm durch den Kopf bis auch er die Zeichen der Nacht akzeptiert, sein Gewehr schultert und in ähnlicher Manier wie sein Sohn zuvor den Abhang hinunter schlittert, allerdings elegant kontrolliert von den Krallen seiner linken Pranke welche funkensprühend die Dunkelheit verdrängen und Furchen in den harten Stein ritzen. Dann betritt auch er den Ort, welcher für den Jungen seit jeher nur eines war, sein Zuhause.

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